Elio Altare

Heute ist Elio Altare gelassen.

Das war nicht immer so und die Geschichte des Weinguts bietet Stoff für ein respektables Drama. In der Hauptrolle: Elio Altare! Ursprünglich stammt seine Familie aus Dogliano, im Süden der Barolo-Zone. Die Altares waren verältnismäßig wohlhabende Weinbauern. In den frühen zwanziger Jahren verloren sie durch den Zusammenbruch einer Bank alle Ersparnisse und waren gewzungen, sich als abhängige Bauern zu verdingen.

Kaum hatten sie sich ein wenig berappelt -sie konnten das Land das sie bearbeiten kaufen- da folgten die düsteren Jahrzehnte: Faschismus, Weltwirtschaftskrise, Zweiter Weltkrieg. Für Elios Vater Giovanni kam es in dieser Zeit der Gnade Gottes gleich, wenn sich die Rebstöcke unter der Last der Trauben bogen. Hohe Erträge sicherten ein Auskommen, geringe Ernten bedeuten schlicht und einfach Hunger. Das ist wichtig um zu verstehen, warum Giovanni Ende der 70er Jahre so bitterlich vom Sohn Elio enttäuscht war und ihn enterbte.

Stilistisch waren die damaligen Baroli natürlich auch von diesen hohen Erträgen geprägt. Doch nicht nur das: Die Weine waren größtenteils schon vor der Abfüllung oxidiert und um die zu dieser Zeit gängigen brettharten Tannine zu kaschieren, wurde noch leicht gesüßt.

So sah das vinophile Erbe für Elio Altare aus, als er 1976 in den elterlichen Betrieb einstieg. Einen Plan hatte er bis dahin nicht. Eine Reise ins Burgund 1978 geriet für ihn zum entscheidenden Ereignis. Hier hatte er Burgunder getrunken, die ihn begeisterten und alles vereinten, was er später in seinen Weinen suchte: maskuline Wucht, femininer Charme, Eleganz, Finesse, Authentizität. Außerdem konnten diese Burgunder wunderbar altern und waren als junger Wein dennoch ein Hochgenuss. Schnell erkannte er die Schlüsselstellen für den Erfolg aber die Umsetzung im Weinberg und Keller stieß auf erbitterten Widerstand der Familie. Elio Altare ließ sich nicht beirren: Er schnitt die Reben radikal zurück, reduzierte damit den Ertrag, er tauschte die alten, über Generationen verebten Fässer gegen neue, kleinere burgundische Barriques aus. Der Vater beschimpfte ihn: "Du stiehlst das Brot aus dem Munde deiner eigenen Familie". Nach dem Tod des Vaters entdeckte er, daß er enterbt wurde.

Doch der bereits spürbare Verkaufserfolg und das enorme internationale Medieninteresse an den neuen Weinen versöhnte Elios Brüder und Schwestern mit ihm und er musste das verloren gegangene Erbe nicht zurückkaufen.

Heute ist Elio Altare ein lebender Mythos, sein Name steht für die Modernisten des Piemont für Leidenschaft und Hingabe. Es ist uns eine Freude seine Weine hier in Potsdam zu vertreten.

 





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